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geschütztes LOGO der Klosterruine in Lindow Kloster Lindow

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Das von Kurfürst Joachim II. im Mai 1542 säkularisierte Kloster wurde am 19.Oktober 1638
durch kaiserliche Truppen unter dem Feldmarschall Gallas in Brand gesteckt. In der Folgezeit
dienten die Ruinen der Entnahme von Baumaterial, so für das Schloss Oranienburg 1650/ 51 oder
für den Wiederaufbau Lindows nach den Stadtbränden 1694, 1746 und 1803. Ein Teil der Materialien
wurde 1651 auch an Schwerin verschenkt. Das beschleunigte den weiteren Verfall der Anlage.
Für die Stiftsdamen, deren Anzahl zeitweilig auf vier bis fünf geschrumpft war, wurden auf dem
im 19. Jahrhundert gärtnerisch gestalteten Gelände neue Häuser errichtet.

 

Maßnahmenkatalog zum Downloaden in PDF-Format (4,4MB)

  

Schreiben des Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum in PDF-Format

 

Erweitertes Nutzungskonzept für das Konventsgebäude (Nur als Diskussionsgrundlage) in PDF-Format (5,0MB)

 

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Nutzungskonzept:

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Nutzungskonzept
für die Klosterruine
Lindow

   

 

Erstellt im Januar 2010 vom Stiftskapitel des Evangelischen Klosterstifts Lindow
Nutzungskonzept für die Klosterruine Lindow

Inhaltsverzeichnis

  • Einführung

  • Bau- und Kunstgeschichte

  • Gegenwärtige Situation des Konventsgebäudes, Schadbilder und Sanierungsplanung

  • Thesen als Leitbild für die zukünftige Nutzung

  • Ideen und Eckpunkte

  • Multifunktionale Nutzung

  • Weitere Angebote

  • Mitwirkung des Amtes Lindow (Mark) und der Stadt Lindow

  • Kooperationspartner

  • Finanzierung

  • Sanierung der Klosterruine

  • Freilegung und Sanierung des Kellers

  • Gesamtkosten

  • Gesamteinschätzung

  • Schlusswort

     

    Einführung

    Die Geschichte von Lindow ist eigentlich die Geschichte des Klosters Lindow. „Das Kloster Lindow wurde vermutlich um

    1230 von den Grafen von Arnstein gegründet, die sich selbst auch Grafen von Lindow nannten. Eine Gründungsurkunde ist

    nicht überliefert. Sie wurde wahrscheinlich ebenso wie das gesamte Klosterarchiv bei der Zerstörung der Klosteranlage im

    Jahre 1638 vernichtet.

    Für die Gründung Lindows sind unterschiedliche Motive auszumachen. Die Grafen, die den Konvent mit umfangreichem

    Besitz ausstatteten, stifteten das Kloster nicht allein, um den Ostgrenzen Ihres Gebiets einen festen Punkt zu geben.

    Die Familie wollte darin auch Töchter aus dem eigenen Haus unterbringen. Die Grafen besuchten das Kloster häufig,

    womit die Verbundenheit zwischen der Gründerfamilie und der geistlichen Institution bezeugt ist.

    Es wird angenommen, dass von Lindow auch das Kloster Zehdenick besiedelt wurde. Belege hierfür sind aber nicht

    zu finden.

    Die Ordenszugehörigkeit des Frauenklosters konnte bisher nicht eindeutig bestimmt werden. In der älteren Forschung

    neigte man dazu, den Konvent dem Prämonstratenserorden zuzuordnen. In der jüngeren Literatur wird davon ausgegangen,

    dass es sich um ein Zisterzienserinnenkloster handelte. In einer Papsturkunde von 1501 ist Lindow als „monasterium

    monialium in Lindow ordinis s. Benedicti“ bezeichnet. Dieses ist ein Indiz dafür, dass der Konvent nach den Regeln des

    hl. Benedikt und nicht, wie es bei den Prämonstratensern üblich war, nach den Geboten des hl. Augustinus lebte. Lindow

    zählte zu den reichsten Klöstern des Bistums Havelberg. Um 1525 verfügte es über 19 Dörfer und 18 wüste Feldmarken.

    Die Karten und Abbildungen sind entnommen: Heimann, Heinz-Dieter/ Neitmann, Klaus/ Schich, Winfried u.a. 

    Brandenburgisches Klosterbuch – Handbuch der Stifte, Klöster und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.
    Berlin-Brandenburg 2007.

Das von Kurfürst Joachim II. im Mai 1542 säkularisierte Kloster wurde am 19.Oktober 1638 durch kaiserliche Truppen
unter dem Feldmarschall Gallas in Brand gesteckt. In der Folgezeit dienten die Ruinen der Entnahme von Baumaterial,
so für das Schloss Oranienburg 1650/ 51 oder für den Wiederaufbau Lindows nach den Stadtbränden 1694, 1746 und 1803.
Ein Teil der Materialien wurde 1651 auch an Schwerin verschenkt. Das beschleunigte den weiteren Verfall der Anlage.
Für die Stiftsdamen, deren Anzahl zeitweilig auf vier bis fünf geschrumpft war, wurden auf dem im 19. Jahrhundert gärtnerisch
gestalteten Gelände neue Häuser errichtet.“
 
Bau- und Kunstgeschichte

 „Zentrum der nur noch in Fragmenten erhaltenen Anlage waren die Kirche und die südlich anschließende Klausur. 
Weitere Gebäude befanden sich östlich (Äbtissinnenhaus) und südöstlich (Schul- oder Gästehaus) davon. Nördlic
der Kirche liegt der Friedhof der Stiftsdamen, im Westen und Südwesten der ehemalige Wirtschaftshof mit der Propstei.

Erkenntnisse zum Grundriss und zu Baudetails der zerstörten Klosterkirche brachten die 1934/ 35 durchgeführten
Grabungen Max Neumanns. Es handelte sich um einen 37 Meter langen und 11,5 Meter breiten turmlosen Rechtecksaal
aus Feldsteinmauerwerk. Aus Backstein bestanden der Ostgiebel sowie die Leibungen der Öffnungen. Einen Wiederaufbau
der 1638 zerstörten Kirche lehnte Kurfürst Friedrich III. ab. Noch im 18.Jahrhundert stand die Kirche als Ruine. Der zuletzt
erhaltene Ostgiebel stürzte nach 1803 ein.

Erst Grabungen von 1934 – 1936 zeigten, dass auch in Lindow eine dreiflügelige, um einen quadratischen Kreuzgang
südlich der Kirche gruppierte Klosteranlage vorhanden war. Erhalten blieben davon lediglich die Reste des mächtigen
Ostflügels. Wie in Zehdenick dürfte dieser im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts an die Kirche angefügte Haupttrakt
alle wesentlichen Konventsräume aufgenommen haben, bis die Klausur um Kreuzgang, Süd- und Westflügel ergänzt
wurde.

Der Kreuzgang bestand aus Backsteinmauerwerk und hatte vier Kreuzrippengewölbe, in je zwölf Arkaden zum
Innenhof geöffnete Arme von je 32 Meter Innenhoflänge. Die Formen der bei den Grabungen gefundenen Konsolen
der Wölbung lassen eine Entstehung im 14. Jahrhundert vermuten.

Vom schmalen Westflügel der Klausur konnten die Grundmauern aus Feldstein untersucht werden. Im Südteil
fanden sich Reste eines Ziegelfußbodens mit Ablaufrinne, eines gotischen Maßwerkfensters sowie eines Blattfrieses.
Vom Südflügel, wo keine Grabungen stattfanden, ist lediglich die ungefähre Lage bekannt.

Vom 62 mal 11,4 Meter großen Ostflügel stehen nur noch geringe Reste der Längsmauern, vor allem die nördliche
und die südliche Giebelseite. Der mittlere Teil ist durch später hineingebaute Häuser gestört. Das langgestreckte
Bauteil besteht aus Feldsteinquadermauerwerk, für die Laibungen der meist spitzbogigen Fenster wurde teilweise
auch Backstein verwendet. Die Giebel waren durch Putz, Bemalung sowie eingeritzte Bogenfriese und Rosetten
bereichert. Im Erdgeschoss gab es eine Folge meist zweischiffiger, kreuzrippengewölbter Räume, der südliche war
durch einen Kamin zu erwärmen. Darüber befand sich das in den Dachraum hineinreichende Dormitorium mit
Wandnischen und Schlafplätzen beiderseits eines Mittelgangs, den hohe Maßwerkfenster im Nord- und Südgiebel
belichteten. Unter dem Südteil erstreckte sich ein gewölbter Keller.“ Er führte bis nach Zehdenick und Neuruppin,
so die Überlieferung der Sage.
 
Gegenwärtige Situation des Konventgebäudes, Schadbilder und Sanierungsplanung
 
„Das Kloster Lindow ist eines der ... interessanten Klöster im Land Brandenburg, deren Reste noch gut erkennbar sind.
Die Klosterruine mit ihrem Efeubewuchs ist immer wieder ein lohnendes Ausflugsziel.“

„Das Objekt ist in die Denkmalliste des Landkreises Ostprignitz-Ruppin unter der Bezeichnung „Nonnenkloster
(heute Evangelisches Stift Kloster Lindow)“ eingetragen. Es liegt nordöstlich der Lindower Altstadt auf einer Halbinsel
am Wutzsee.

Heute sind lediglich die Giebelseiten und Teile der Längsmauern des als Konventgebäude bezeichneten Ostflügels erhalten.
Es beschreibt einen großen Rechteckbau aus quaderförmig behauenen und schichtenweise vermauerten Feldsteinen.
An den Giebel- und Längsseiten sind spitzbogige Portal- und Fensteröffnungen, teilweise mit Backsteinlaibungen vorhanden.
In der Westwand befinden sich zwei Backsteinportale mit tief gekehltem, reich profilierten Gewände. In den Giebelfenstern
zeigen sich Teile von Maßwerk.

Heute zeigt sich an der westseitigen Innenwand ein eingeschossiges Fachwerkgebäude aus dem 19. Jh. Sowie ein kleinerer
Ziegelbau im südseitigen Gebäudeabschnitt.

Die einzelnen Abschnitte der Außenmauern stellen sich in unterschiedlichen Zuständen dar. Während an einigen
Wandabschnitten lediglich eine Überarbeitung des Fugenbildes zur längerfristigen Sicherung der Ruine beiträgt,
erfordern andere Bereiche deutlich größere Eingriffe in die Substanz. Hierzu zählen vor allem Mauerwerksbereiche,
die starke Schäden infolge des zum Teil massiven biologischen Bewuchses erlitten haben. Insbesondere am Südgiebel
sind Triebe des Efeus im Laufe mehrerer Jahrzehnte auf Querschnitte von bis zu 10 cm Durchmesser angewachsen und
tief ins Mauerwerk vorgedrungen.

Weitere dringende Maßnahme erfordert die Mauerkrone. Bedingt von langjährigen Witterungseinflüssen zeigt sich nahezu
auf den gesamten Umfang ein geschädigtes Gefügebild mit losen und partiell absturzgefährdeten Feldsteinen.

Die Schadbilder müssen aufgrund ihrer Auswirkungen auf das Gesamtgefüge und ihrer Häufung unterschiedlich gewichtet
und bewertet werden. So sind bestimmte Schadbilder maßgebend für die Ableitung von Sanierungsmaßnahmen und Bildung
von sinnvollen Bauabschnitten.

54 Aufgrund der Auswirkungen auf das Gesamtgefüge des Bauwerks und der bestehenden Einsturz- und Unfallgefahr an
bestimmten Mauerabschnitten wird das Schadbild der südseitigen Außenwand und des daran anschließenden
einsturzgefährdeten Gewölbekellers als vordergründig für die dringend erforderliche Sanierung bewertet.“

Herr Nölting von der unteren Denkmalschutzbehörde in Neuruppin berichtete ... , dass er bereits im Jahr 2005 auf den
schlechten Bauzustand der Ruine hingewiesen habe.

 „Aufgrund der Teilung der Außenmauern in Abschnitte besteht die Möglichkeit, getrennte Bauabschnitte zu bilden.
Ausgehend vom Grad der Schädigung der einzelnen Abschnitte wird eine Reihenfolge der Bauabschnitte mit den
erforderlichen Sanierungsmaßnahmen dargestellt. Die Sanierung der jeweiligen Abschnitte umfasst sowohl den
Außen- als auch den Innenbereich.
 
1. Bauabschnitt (südlicher Teil) einschließlich Gewölbekeller
-      Sanierung/ Sicherung des Sichtmauerwerkes, Aufmauerung der Mauerkrone, Reinigung und Neuverfugung
-      Verfüllung einschließlich Sicherung des Gewölbekellers

2. Bauabschnitt (mittlerer Teil einschließlich der Trennwand)
 -     Sanierung/ Sicherung des Sichtmauerwerkes, Aufmauerung der Mauerkrone, Reinigung und Neuverfugung
 -     Sanierung des im Innenbereich befindlichen Ziegelbaues

3. Bauabschnitt (nördlicher Teil)
 -     Sanierung/ Sicherung des Sichtmauerwerkes, Aufmauerung der Mauerkrone, Reinigung und Neuverfugung
 -     Sanierung des im Innenbereich befindlichen Fachwerkgebäudes

Im Vorfeld der Durchführung der einzelnen Bauabschnitte muss bedacht werden, dass für die Sanierung der jeweiligen
Fassadenbereiche das baldige Entfernen des zum Teil massiven biologischen Bewuchses erforderlich ist. Hierzu sollte
im Vorfeld ein grobes Entfernen des Bewuchses stattfinden, um nicht in die Bausubstanz einzugreifen. Tiefer liegendes
Wurzelwerk ist erst im Zuge der Mauerwerkssanierung dauerhaft zu beseitigen.

Weiterhin werden umfangreiche restauratorische Untersuchungen an der Mauer und um die Mauer, besonders am
guterhaltenen Nordgiebel erforderlich. Zudem erfordert die Planung und Ausführung der Sanierung eine genaue Abstimmung
mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden.“

Mit der Sanierung der Klosterruine soll ein wichtiger Schritt zur Gefahrenabwehr und zur Sicherung der Substanz vor
weiterem Verfall getan werden.
 
Thesen als Leitbild für die zukünftige Nutzung
 
These 1: Die Klosterruine Lindow ist ein Baudenkmal mit überregionaler bis nationaler Bedeutung.
   1. Die Ruine des Klosters ist das Wahrzeichen der Stadt Lindow. Bereits am Eingang zur Stadt wird mit einer
       Informationstafel auf diesen Sachverhalt hingewiesen. Der Tourismusverband Ruppiner Land weist auf seiner Website
       hin, dass die Reste des ehemaligen Klosters Lindow zu besichtigen sind.

   2. Die „Stadt der drei Seen“ weist auf ihrer Website bereits bei der Begrüßung auf die Klosterruine hin. Der Button 
       „Geschichte“ liefert folgendes Ergebnis: „Am Ufer des malerischen Wutzsees finden wir die efeuumrankte Ruine
       des Lindower Klosters. Der aus dem Anhaltinischen stammende Graf Gebhardt I. von Arnstein, der sich auch Graf
       von Lindow nannte und mit der Burg Ruppin belehnt war, gründete es ca. 1230, vermutlich dem Zisterzienserorden
       angehörig. Der Graf gab der Klostergründung auch seinen Namen „Kloster Lindow“. Es diente der Erziehung der
       weiblichen Familienmitglieder und der adligen Fräuleins aus der Umgebung. Mehrere kleine Dörfer gehörten zum Besitz
       des Nonnenklosters. .Nach der Säkularisation 1541 wurde es in ein evangelisches Fräuleinstift umgewandelt. Eine Ruine
       ist das Bauwerk seit 1638, als kaiserliche Truppen Lindow in Schutt und Asche legten. Im Gebäude der früheren
       Klosterschule (15. Jh.) befinden sich heute Wohnungen, das alte Waschhaus ist jetzt ein Ferienhaus. Hinter der Ruine
       liegt der Friedhof mit den hohen Grabsteinen der Dominas und den flachen Gräbern der Stiftsdamen. Die Ruine selbst ist
       frei zugänglich. Führungen können in der Tourist-Information angemeldet werden – mit ein bisschen Glück wird diese von
       einem Trompetensolo begleitet. .Jedes Jahr am ersten Sonntag im September findet eine Veranstaltung in der
       Klosterruine statt – Literatur & Musik. Im Zusammenhang mit dem Gemäuer ist auch die Sage von der schönen Nonne
       interessant.“    

   3. Das Lindower Kloster ist ein Ort der Sagen und Mythen. Die „Geschichte von der schönen Nonne“ ist als Buch
       erschienen und wird als Musiktheater „Die schöne Nonne von Lindow“ am 9. Juli 2010 Premiere haben.

   4. Theodor Fontane beschreibt die Atmosphäre um das Kloster Lindow: „Wie seh ich, Klostersee, dich gern! Die alten
       Eichen stehn von fern und flüstern, nickend mit den Wellen. Und Gräberreihen auf und ab; des Sommerabends süße
       Ruh´ umschwebt die halbzerfallnen Grüfte.“ In seinem Roman „Der Stechlin“ widmet Theodor Fontane das siebente
       Kapitel dem „Kloster Wutz“: „In der Tat, wohin man sah, lagen Mauerreste, in die, seltsamlich genug, die Wohnungen
       der Klosterfrauen eingebaut waren, zunächst die größere der Domina, daneben die kleineren der vier Stiftsdamen, alles
       an der vorderen Langseite hin. Dieser gegenüber aber zog sich eine zweite, parallel laufende Trümmerlinie, darin die
       Remisen und die Rollkammern untergebracht waren. Verblieben nur noch die zwei Schmalseiten, von denen die eine
       nichts als eine von Holunderbüschen übergrünte Mauer, die andere dagegen eine hochaufragende mächtige Giebelwand
       war, dieselbe, die man schon beim Anritt aus einiger Entfernung gesehen hatte. Sie stand da, wie bereit, alles unter
       ihrem beständig drohenden Niedersturz zu begraben, und nur das eine konnte beruhigen, dass sich auf der Spitze der
       Wand ein Storchenpaar eingenistet hatte. Störche, deren Vorgefühl immer weiß, ob etwas hält oder nicht.“

These 2: Die Klosterruine Lindow ist ein Sakralgebäude

Das Ensemble eines Zisterzienserinnenklosters besteht zum überwiegenden Teil aus Sakralbauten. Sie sind in der Regel
in den Kreuzgang integriert.

Ein Refektorium ist der Speisesaal der Mönche. Er liegt – wie auch in Lindow senkrecht zur Kirche am Kreuzgang. In vielen
Klöstern werden Mahlzeiten schweigend eingenommen. Oftmals werden dabei in der Tischlesung vom Tischleser geistliche
Literatur, Abschnitte aus der Ordensregel vorgelesen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass im Refektorium regelmäßig und dem mittelalterlichen Tagesrhythmus eines
Klosters entsprechend - gebetet worden ist. Somit handelt es sich um ein Gebäude, welches sakraler Nutzung unterlag.

Die von Fontane oben beschriebene heitere spirituelle Atmosphäre des Klosters Lindow und seines Friedhofes ist bis heute
erhalten. Es gilt, diesen genius loci zu schützen und zu bewahren.

Ihrer Grundausrichtung nach soll die Ruine vorrangig den religiösen Bedürfnissen der Menschen vorbehalten bleiben. Dabei
gilt die Grundordnung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in der Fassung vom
21./ 24. 11. 2003 sowie die von ihr im November 2008 herausgegebene Orientierungshilfe „Kirchen – Häuser Gottes für die
Menschen, Einladung zum lebendigen Gebrauch von Kirchengebäuden“.

Leitsatz: Die Ruine des Klosters Lindow ist ein zu bewahrendes, historisch bedeutendes und öffentlich zugängliches
Bauwerk mit sakraler oder ähnlicher nicht störender Nutzung.
 
Ideen und Eckpunkte
 
Die Erhaltung der Klosterruine soll kein Selbstzweck sein. Die Nutzung soll in enger Abstimmung mit der Evangelischen
Kirchengemeinde Lindow, mit der Stadt Lindow und dem Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische
Oberlausitz stattfinden, um das Konventgebäude nicht nur als hervorragendes städtebauliches Merkmal der Stadt, sondern vor
allem als ein Zentrum für religiöses und spirituelles Leben zu entwickeln. Die Klosteranlage dient auch kulturellen und
musikalischen Zwecken. Durch die regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit des Amtsdirektors des Amtes Lindow im
Stiftskapitel des Evangelischen Klosterstifts Lindow findet eine Abstimmung auf kurzem Weg statt.
 
Die Einbindung der Einwohner der Stadt Lindow und der Besucher sowie eine aktive Öffentlichkeitsarbeit sind unerlässlich.
Daher entwickelt das Stiftskapitel Handzettel und einen umfangreichen Flyer und stellt auf diese Weise Informationen für die
Öffentlichkeit bereit. Besonders auf dem Lindower Stadtfest und dem Lindower Weihnachtsmarkt soll auf den baulichen Zustand
des Konventgebäudes und auf die Notwendigkeit der Sanierungsmaßnahmen hingewiesen werden. Es sollen Handzettel an alle
Haushalte des Amtes Lindow verteilt und im Gemeindebrief ausführlich über die Arbeit des Stiftskapitels eingegangen werden.
Auf diese Weise werden letztlich alle Einwohner des Amtes erreicht. Eine umfangreiche Dokumentation über den Fortschritt der
Arbeiten und ein Internetauftritt mit Spendenbarometer sind geplant. Nach Erhalt der Baugenehmigung, das heißt nach dem
tatsächlichen Projektbeginn, werden die Pressemedien regelmäßig über den Fortschritt der Arbeiten informiert werden.
 
Zur weiteren Einbindung der Einwohner und der Touristen ist ein Informationsbrief geplant, der vom Stiftskapitelvorsitzenden,
vom Stiftsvorsteher, vom Amtsdirektor und vom Bürgermeister der Stadt Lindow gemeinsam unterschrieben und verantwortet
werden wird.
 
Die Öffentlichkeitsarbeit bezieht sich auch auf Kontakte und Gespräche mit potentiellen Förderern und Sponsoren. Hier wird darauf 
hingewiesen, dass die Klosterruine nicht nur ein Sakralbau ist sondern auch, dass es sich bei ihr um ein Kulturdenkmal handelt,
dessen frühere Nutzer die Gründung Lindows und den Bau der Stadt erst möglich machten.
 
Das Kloster Lindow ist wahrscheinlich von den Zisterzienserinnen des Klosters Heiligengrabe gegründet worden. Das Kloster
Zehdenick ist vermutlich Gründung des Klosters Lindow. Zu beiden Klostern werden freundschaftliche Verbindungen unterhalten.
Es besteht ein ständiger Informationsaustausch. Die Geschäftsführerin des Evangelischen Klosterstifts Heiligengrabe ist Mitglied
des Klosterstifts des Evangelischen Klosters Lindow.
 
Multifunktionale Nutzung
 
Wir können uns gut vorstellen, dass eine multifunktionale Nutzung der Klosterruine zu einer besseren Auslastung führt. Diese
Nutzungsmöglichkeiten sind:
   - Angebot und Feier von Gottesdiensten und Andachten,
   - Trauungen
   - Tagungen mit spirituellem Charakter
   - Museumskonzept
   - Nicht störende Konzerte, Lesungen und kleine Aufführungen
 
Entsprechend der früheren Nutzung sollen in der Sommerzeit – von März bis Oktober –  regelmäßig Gottesdienste der
Kirchengemeinde und für die Öffentlichkeit zugängliche Andachten de Stiftsbewohner angeboten und gefeiert werden. Hierfür
müsste ein Altar aus Naturstein aufgestellt werden. Weiterhin soll das Konventgebäude regelmäßiger Treffpunkt für kirchliche
Gruppen sein (Seniorennachmittag, Konfirmanden usw.)
 
Regelmäßige Gottesdienste und Andachten unter freiem Himmel in der Stille und Schönheit der Ruinenbauten eines Klosters
werden nach unserer Kenntnis kaum im Land Brandenburg angeboten. Somit weist das Nutzungskonzept  für das Konventgebäude
ein überregionales Alleinstellungsmerkmal auf.  Wir können uns ein ähnliches Konzept – in kleinerem Maßstab - vorstellen, wie es
in Chorin verwirklicht worden ist. In der Klosterruine dort gibt es eine Kapelle für den regelmäßigen Gottesdienst der evangelischen
Kirchengemeinde. In der Ruine selbst findet jährlich seit siebzig Jahren ein evangelisches Chorinfest mit festlichem Gottesdienst
statt.
 
Das Kloster Lindow birgt eine kulturhistorische Stätte, die einmalig im Ruppiner Land ist. Die Klosterruine wird bereits seit einiger
Zeit gelegentlich für Trauungen genutzt. Es wäre schön, wenn auch Taufen in der Klosterruine stattfinden könnten. Die Atmosphäre
des Ortes, der Charme des rankenden Efeus, die mittelalterliche Backsteinarchitektur und die Lage des Klosters in der Natur und
in der Nähe des malerischen Wutzsees haben das Konventgebäude zu einem „Insidertipp“ für eine besondere „Location“ werden
lassen. Es gilt, diesen Standortvorteil auszubauen. Trauungen mit anschließender Hochzeitsfeier lasten die Lindower Hotellerie und
Gastronomie aus, verbessern deren Qualität und tragen somit zur wirtschaftlichen Festigung der Stadt Lindow bei. Einige
zusätzliche Arbeitsplätze können so entstehen und der Abwanderung qualifizierten Fachpersonals aus dem äußeren
Entwicklungsraum kann entgegengewirkt werden.
 
Unter dem Konventgebäude befindet sich ein Keller. Weder seine Größe noch seine Lage und sein Zustand sind bekannt. Es
besteht einerseits die Möglichkeit, den Keller zu verfüllen und auf diese Weise die Tragfähigkeit des Bodens des Konventgebäudes
zu erhöhen. Diese Lösung hat den Vorteil, dass mit geringen Mitteln und Kosten eine Stabilisierung des Bodens des
Konventgebäudes erreicht werden kann. Der Nachteil liegt darin, dass der Keller sehr langfristig „verloren“ wäre. Wir sind der
Auffassung, dass die Kellersanierung und –freilegung sehr wichtig sind. Beides muss in engem Zusammenhang mit der Klosterruine
gesehen werden. Wir erwarten, dass der Keller archäologische „Schätze“ enthält, die bedeutsame Schlüsse auf das Leben der
früheren Bewohnerinnen des Klosters zulassen und das Klosterleben in Lindow vor vierhundert Jahren dokumentieren. Dieses
Kulturgut darf nicht verloren gehen, schon gar nicht allein aus Gründen der möglichen Knappheit finanzieller Mittel.
 
Die Nutzung des hoffentlich bald sanierten Kellers ist von seiner Größe und von seiner Höhe abhängig. Wir können ihn uns als
Andachtsraum in Form einer „Grotte“ vorstellen oder als wind- und regengeschützten Aufenthaltsraum, als Ausstellungsraum  oder
als Refugium. Es soll die Möglichkeit bestehen, Kerzen anzuzünden. Als Teil der ehemaligen Klosteranlage vermittelt er einen
wichtigen und wertvollen Eindruck des Ensembles.
 
Die besondere Lage des Klosters Lindow in der Stille der Natur und am ruhigen kristallklaren Wutzsee laden zu spirituellen Tagen
der Einkehr ein. Es bestehen langjährige Verbindungen zum Spiritualitätsbeauftragten der Evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Es ist vorgesehen, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten regelmäßig Tage der Stille
im Kloster Lindow durchzuführen. Es dürfte problemlos möglich sein, Tagungen für kleine Gruppen durchzuführen, bei denen neben
dem Plenum auch in verschiedenen Gruppen zeitgleich gearbeitet wird. Man kann die im Schiff des Konventsgebäudes vorhandene
Trennmauer entfernen und dafür eine variable Raumteilung vorsehen. Auf diese Weise wird die Nutzungsmöglichkeit der etwa
600 Quadratmeter großen Ruine wesentlich verbessert. Wenn die Beseitigung der Trennmauer aus statischen oder aus
Denkmalschutzgründen nicht möglich ist, sollte ein Durchgang vorgesehen werden.
 
Bei schlechtem Wetter kann in das gegenüber der Klosterruine gelegene Perelshaus ausgewichen werden. Dort befindet sich ein
ausreichend großer ruhig gelegener Tagungsraum mit Blick auf den unmittelbar daneben gelegenen Wutzsee. Die Zimmer des
Perelshauses können den Teilnehmern der Tagung zur Verfügung gestellt werden. Tagungen „in Klausur“ sind durchführbar. Da sich
in der Stadt Lindow zahlreiche Restaurants und weitere Einkaufsmöglichkeiten sowie mehrere Hotels und Pensionen befinden, ist
eine geeignete und leistungsfähige Infrastruktur zur Versorgung der Tagungsteilnehmer gewährleistet.
 
Durch das Konzept „Tage der Stille“ entstehen Sekundäreffekte, die zu einer Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation
des Amtes Lindow führen werden, denn die Tagungsteilnehmer müssen versorgt werden.
 
Die Backsteinmauern der Klosterruine sind als Ausstellungsflächen sehr geeignet. Im Entwicklungsausschuss des Amtes Lindow
wird auf Nachfragen von Bürgern über eine Einrichtung eines historischen Museums zur Kloster- und Stadtgeschichte nachgedacht.
„Das Kloster wäre eine würdige Stätte und die Nutzung wäre des Klosters würdig. Die Stadt hätte nichts Ähnliches zu bieten. Und
die Museumseinrichtung läge nicht allein beim Kloster. Insofern entstünde en Gemeinschaftsprojekt.“ Es dürfte problemlos möglich
sein, interessierte Menschen für dieses Projekt zu gewinnen.
 
Wir vermuten, dass die Zisterzienserinnen gemeinsam im Konventgebäude gesungen und vielleicht auch musiziert haben. Daher
sollen in der restaurierten Ruine kleine Konzerte, inspiriert von der Natur, veranstaltet werden. Kammerkonzerte verstärken den Reiz
des Ortes. Sie verbinden die Schönheit der Schöpfung mit dem Lob der Menschen. Außerdem tragen sie ein wenig zur Deckung der
Kosten für Sanierung und Nutzung der Klosterruine bei. Am ersten Sonntag im September findet bereits seit längerer Zeit eine
Veranstaltung mit Literatur und Musik statt.
 
Weitere Angebote
 
Wir können uns gut vorstellen, dass eine multifunktionale Nutzung der Klosterruine – wie in diesem Nutzungskonzept
beschrieben – zu einer besseren Auslastung als bisher führt. Generell besteht die Absicht, die Klosterruine an Wochenenden
und Feiertagen ganz oder stundenweise zu öffnen. Unter den Stiftsbewohnern dürfte es genügend Freiwillige geben, die diese
Aufgabe gern und ehrenamtlich wahrnehmen.
 
Es werden schon jetzt regelmäßig Führungen durch das Kloster unter ortskundiger Leitung angeboten. Bislang beschränken sich
Führungen auf konkrete Anfragen im Vorfeld. Künftig – nach Sanierung – wollen wir durch feste Öffnungszeiten solche
Besichtigungen auch zufällig vorbeikommenden Besuchern anbieten. Zudem wollen wir nicht nur die Klosterruine selbst zeigen,
sondern vielmehr über das frühere Leben im Kloster informieren (Tagesrhythmus der Nonnen, Arbeits- und Lebensbedingungen
der Klosterbewohner).
 
Eine ständige Öffnung der Klosterruine ist nicht vorgesehen, um Vandalismusschäden vorbeugen zu können.
 
Das Innere des Konventsgebäudes soll zum Verweilen einladen. Der Besucher soll die Möglichkeit erhalten, sich zurückzuziehen,
die Backsteinmauern zu beobachten, einen Steinaltar zu betrachten und dann vielleicht den Blick nach oben in den Himmel
schweifen zu lassen. Auf diese Weise kann er zur Ruhe kommen und die Schönheit der Schöpfung Gottes andächtig und mit
Ehrfurcht wahrnehmen. Während der Öffnungszeit wird die Möglichkeit bestehen, Kerzen anzuzünden. Die Notwendigkeit einer
Brandsicherheitsschau scheint dafür nicht erforderlich zu sein, muss aber noch geprüft werden.
 
Im Eingangsbereich soll ein Flyer bereitgestellt werden, der die wichtigsten Angaben über das Kloster Lindow enthalten wird. Den
historischen Keller hinter dem Südgiebel würden wir gern freilegen und sichern lassen. Er soll für Besucher wahrnehmbar sein.
 
Der von Einwohnern und Touristen gern begangene und von Radfahrern häufig benutzte Weg und den Wutzsee führt durch das
Klosterstift Lindow. Die Klosterruine befindet sich in der Nähe des Rundwanderweges und ist gut sichtbar. Wir möchten Wanderer
und Fußgänger zu einer Pause in der Klosterruine einladen, um Kraft zu tanken und gestärkt den Weg fortsetzen zu können.
 
Der Friedhof und das Ensemble der Klostergebäude sollen als Ort der Besinnung bewahrt werden und somit einen kulturelle und
geistliches Zentrum der Stadt Lindow bilden. Der Besucher wird schon jetzt durch Informationstafeln über das Wesen eines
Zisterzienserordens und dessen Ordensregeln sowie über die Struktur eines Klosters informiert. Hinweistafeln erklären die früheren
Nutzungen der Gebäude.
 
Seit vielen Jahren feiert die Lindower Kirchengemeinde am Ostersonntag früh um sieben Uhr in einer Andacht mit Musik in der
ehemaligen Klosterkirche auf dem Klosterfriedhof Auferstehung Christi.
 
Wir wünschen uns, dass Klosterfriedhof und Klosterruine als Einheit wahrgenommen und in diesem Sine auch genutzt werden.
Daher hoffen wir auf eine baldige Sanierung des Konventgebäudes.
 
Mitwirkung des Amtes Lindow (Mark) und der Stadt Lindow
 
Die Erhöhung der Attraktivität und des Bekanntheitsgrades des Klosters Lindow hat nicht nur Auswirkungen auf die Stiftsbewohner.
Sie erfordert auch ein verbessertes Touristikmanagement. Es muss geklärt werden, wo die Klosterbesucher hauptsächlich
parken – auf dem Marktplatz oder in der Nähe des Einganges zum Kloster. Auch über die Einrichtung einer
Parkraumbewirtschaftungszone wäre zu entscheiden.
 
Es fehlen geeignete Parkmöglichkeiten für Besucher und Stiftsbewohner in Klosternähe. Wendemöglichkeiten für Reisebusse gibt
es nicht.

Sackgasse – für Reisebusse problematisch

Zu wenige Parkplätze am Kloster
 
Es fehlt eine öffentliche Toilette in der Nähe des Klosters. Unter allen Umständen muss die Verbreitung von Müll, Kot und Lärm
vermieden werden. Ein entsprechendes Entsorgungskonzept wäre vom Amt Lindow zu erarbeiten. Weiterhin sollte im Rahmen
eines städtebaulichen Konzepts durch das Amt Lindow geklärt werden, welche Vorhaben in einem festzulegenden Schutzbereich
in der Umgebung des Klosters zulässig sind, ohne das mittelalterliche Ensemble zu stören.
 
Obwohl Touristen bereits am Ortseingang auf das Wahrzeichen „Kloster Lindow“ hingewiesen werden, kann das Leitsystem noch
verbessert werden.
 

Hinweis auf Klosterruine am Ortseingang – kaum zu erkennen
 

 
Wo mag das Kloster sein?
 

 
Viele Wege in Lindow. Wo geht es zum Kloster?
 

 

 
Auch am Rathaus kein Hinweis auf das Wahrzeichen Lindows
 
Kooperationspartner
 
   -  Evangelische Kirchengemeinde Lindow
   -  Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
   -  Evangelisches Klosterstift zum Heiligen Grabe
   -  Benachbarte Kirchengemeinden
   -  Kirchenkreis Templin-Gransee
   -  Sprengel Potsdam der Evangelischen Landeskirche
   -  Stadt Lindow
   -  Amt Lindow (Mark)
   -  Bauordnungs- und Planungsamt, Untere Denkmalschutzbehörde, Landkreis Ostprignitz-Ruppin
   -  Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
   -  Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg
   -  Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Regionalstelle Neuruppin
   -  Deutsche Stiftung Denkmalschutz
   -  Lotto Brandenburg
   -  Politische Parteien
   -  Lindower Vereine
   -  Ortsansässige Betriebe
 
Finanzierung
 
Sanierung der Klosterruine
 
Das Büro ibs hat am 29.07.2009 eine Kostenschätzung vorgelegt. Danach ergeben sich folgende Kosten für die Sanierung:
 
1. Bauabschnitt 2. Bauabschnitt 3.Bauabschnitt Gesamt
Bauwerk

81.354,05€

63.975,85€

32.554,80€

177.884,70€

Baunebenkosten

13.052,49€

8.637,10€

4.706,58€

26.396,16€

Gesamt netto

94.406,54€

72.612,95€

37.261,38€

204.280,86€

MWST 19%

17.937,24€

13.796,46€

7.079,66€

38.813,36€

Gesamt brutto 112.343,78€ 86.409,41€ 44.341,04€ 243.094,23€
 
 
Grundsätzlich können für substanzgefährdete Baudenkmale Denkmalfördermittel über die konzertierte Denkmalhilfe beantragt
werden. Für die konzertierte Denkmalhilfe ist es erforderlich, dass das Projekt in die Prioritätenliste des Landkreises
aufgenommen wird. Deshalb ist eine Kontaktaufnahme mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Brandenburgischen
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum notwendig, die gemeinsam diese Liste erstellen.
 
Außer Denkmalfördermitteln könnten auch Mittel aus dem Programm für die ländliche Entwicklung (ILE) über das Landesamt für
Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Fehrbelliner Straße 4e, 16816 Neuruppin, Tel. 03391/ 838200 beantragt
werden, da sich Lindow im ländlichen Raum befindet (< 10.000 EW) und die Sicherung der Ruine touristischen Zwecken dienen
würde. Nach Aussagen des Bauamtes in Lindow liegt die Klosterruine außerhalb des Sanierungsgebietes, so dass eine Förderung
über die Städtebauförderung nicht möglich ist.
 
In den vom Büro ibs angegebenen Kosten sind die Kosten für die Sicherung des vorhandenen Kellers und die dem
Nutzungskonzept entsprechende Ausstattung (Fußbodenbefestigung, Bestuhlung, Podium, Altar, Regenschutz usw.)
nicht enthalten.
 
Freilegung und Sanierung des Kellers
 
Die Kosten für die Freilegung und Sanierung des Kellers können nur grob kalkuliert werden, weil die genaue Lage des Kellers
und sein Zustand bisher unbekannt sind. Des weiteren ist der Umfang der archäologischen Betreuung schwer absehbar.
Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, nur einen Teil des Kellergewölbes zu reaktivieren. Falls die finanziellen Möglichkeiten
nicht ausreichen, soll entsprechend so weit vorgearbeitet und dann eine Abschlusswand gemauert werden.
 
Ungefähre Kostenzusammenstellung für die Kellersanierung beziehungsweise Freilegung.
 
Beräumung ca.      9.500€
Sicherungsmaßnahmen ca.      4.500€
Gewölbewiederherstellung ca.    35.000€
Entwässerung/ Abdichtung ca.      8.500€
Fußboden aufarbeiten ca.    18.500€
Baunebenkosten einschl. Archäologie ca.    19.000€
Gesamt netto ca.    95.500€
MwSt 19% ca.    18.050€
Gesamt brutto ca   113.050€
 
Gesamtkosten
Sanierung der Klosterruine 204.280,86€
Freilegung und Sanierung des Kellers 95.500,00€
Gesamt netto 299.780,86€
MWst 19% 56.863,36€
Gesamtkosten brutto 356.644,22€
 
Die Sanierung der Klosterruine soll möglichst zügig erfolgen, um die Beeinträchtigung der Stiftsbewohner so gering wie
möglich zu halten. Mit anderen Worten: Die Mitteleinwerbung muss parallel zum Bauantrag und sehr frühzeitig beginnen.
 
Erforderliche Eigenmittel bei einer Höchstförderung von achtzig Prozent der Projektkosten:
 
Gesamtkosten brutto: 356.644,22€
Minus 20% 59.440,70€
 
Förderbare Summe 297.203,52€
abzüglich 19% Mwst 47.452,66€
 
Gesamtförderung 249.750,86€
 
Erforderliche Eigenmittel: 59.440,70€ + 47.452,66€ = 106.893,36€
 
Die Eigenmittel setzen sich wie folgt zusammen:
 
Evangelisches Klosterstift Lindow
Berliner Volksbank
Sparkasse Ostprignitz-Ruppin
Evangelische Darlehensgenossenschaft Kiel
Amt Lindow (Mark)
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg
Landesausschuss für Innere Mission
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Lotto Brandenburg
Spenden
 
Wir wollen alle Spender auf einer Tafel oder in einem Buch lobend erwähnen. Die Namen sollen im Keller oder in der Ruine an
geeigneter stelle öffentlich gemacht werden.
 
Gesamteinschätzung
 
Die Sanierung des Konventsgebäudes des Klosters Lindow sichert den Erhalt dieses überregional und teilweise national
bedeutenden Denkmals und des Klosterensembles des Klosters Lindow. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum
Erhalt der Kulturlandschaft Brandenburg und zur Weiterentwicklung der Tourismusregion Ruppiner Land. Die Attraktivität
des Klosters und der Stadt Lindow werden gestärkt. Die Bedeutung als kulturelles und spirituelles Zentrum wird gefördert.
Perspektivisch kann durch die vorgesehene Nutzung den Abwanderungstendenzen im ländlichen Raum entgegengewirkt
werden. Diese multifunktionale Nutzung würde mit Sicherheit das soziale Leben der Stadt Lindow und die touristische
Attraktivität dieses Standortes bereichern. Hinzu kommt die Stärkung der Wirtschaftskraft des Amtes Lindow.
 
 
 

 

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